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Im bandkeramischen Verbreitungsgebiet ist die intentionelle Niederlegung von Mahlsteinen wiederholt dokumentiert. Während die meisten dieser Depots aus dem Pariser Becken und Belgien stammen (Hamon 2008, 21), liegen einzelne Beispiele auch aus der Tschechischen Republik (Beneš et al. 2015, 162) und Mitteldeutschland (Zamzow 2023) vor. Im Rahmen einer Rettungsgrabung in Sömmerda, Lkr. Sömmerda, wurde 2019 ein weiteres frühneolithisches Depot erkannt. Es besteht aus vier Unterliegern, drei Läufern und einer nicht näher definierbaren Steinplatte. Die Mahlsteine der Deponierung werden im vorliegenden Beitrag in ihrer Gesamtheit präsentiert und analysiert, um somit eine Grundlage für die Interpretation des Mahlsteindepots zu bieten. Es werden neben den metrischen Daten (Länge, Breite, Stärke, Masse) auch die Form der Geräte sowie die Bearbeitungs- und Nutzungsspuren angegeben, um Rückschlüsse auf die Herstellung, den Gebrauch und auch jene Arbeitsvorgänge zu ziehen, die notwendig sind, um die Mahlsteine in einem effektiv nutzbaren Zustand zu halten. Darüber hinaus ist der Kontext des Depots unerlässlich für die sichere Ansprache, Modellbildung und gesamte Interpretation. Daher werden die vorliegenden Daten zum archäologischen Befund und zur bandkeramischen Siedlung, in deren Rahmen das Depot niedergelegt worden ist, erfasst und aufbereitet, was umso dringlicher ist, als für das innere Thüringer Becken die Datenlage gegenüber seinen Randzonen und den Randplatten bisher deutlich schlechter ist. Zurückzuführen ist das auf die insgesamt im Vergleich zu den Randgebieten etwas schwächere Besiedlung des inneren Thüringer Beckens und starke Veränderungen in der Morphologie in den letzten Jahrtausenden. |